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Cardio Test INFAI

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Lipoproteine und kardiovaskuläre Erkrankungen

Lipoproteine erscheinen nicht als klar unterschiedene, standardisierte Klassen, sondern bilden ein Kontinuum von kleinen und dichten Partikeln bis hin zu großen und weniger dichten Partikeln. Bei genauerer Betrachtung können Lipoproteine in Kategorien eingeteilt werden, die als Lipoprotein-Subklassen (auch als Subfraktionen bezeichnet) bezeichnet werden. Diese Unterklassen werden nicht nur nach Größe, Dichte und Zusammensetzung, sondern auch nach ihrer Atherogenität unterschieden. Die Bedeutung der Messung von LDL und HDL für die Bestimmung des kardiovaskulären Risikos ist heute unbestritten. Beide Parameter werden zur Indikationsstellung einer möglichen Behandlung mit Statinen und zur Behandlungskontrolle herangezogen. In Deutschland werden dazu enzymatische Tests eingesetzt, die den Cholesteringehalt von Lipoproteinen (LDL-C und HDL-C) messen. Für LDL-C gibt es anerkannte Interventionsgrenzen für die Behandlung mit Statinen sowie Zielbereiche für das Therapiemonitoring, auf deren Basis eine intensivere Statinbehandlung empfohlen werden kann. Gottlieb A, Leven AS, Sowa JP, Borucki K, Link A, Yilmaz E, Aygen S, Canbay A, Porsch-Özcürümez M. (2020): Lipoprotein and Metabolic Profiles Indicate Similar Cardiovascular Risk of Liver Steatosis and NASH. Digestion. 1-11; doi: 10.1159/000510600

Warum sollten Lipoprotein-Unterklassen gemessen werden?

Lipoprotein-Unterklassen gewinnen als Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) zunehmend an Bedeutung. Der Zusammenhang zwischen Cholesterin in Lipoprotein-Unterklassen, Partikelkonzentration, Partikelgröße und CVD wurde in einer Reihe von Studien nachgewiesen. Innerhalb der LDL-Fraktion sind vor allem kleine LDL-Partikel positiv mit dem CVD-Risiko assoziiert. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass enzymatische Tests keine optimalen Prädiktoren für das kardiovaskuläre Risiko sind. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass der traditionelle Test die Cholesterinfraktion der LDL-Partikel misst. Infolgedessen sind kleine LDL-Partikel (sdLDL-Partikel) unterrepräsentiert, obwohl dieser spezifischen Unterklasse ein besonders hohes kardiovaskuläres Risiko zugeschrieben wurde. Aus diesem Grund ist insbesondere die Anzahl der LDL-Partikel (LDL-P) ein deutlich besserer Prädiktor des kardiovaskulären Risikos.

Wie funktioniert der neue Test und warum ist er genauer?

Mit unserer modernen SampleJet-Automatisierungstechnologie können wir bei hohem Flussdurchsatz bis zu 200 Serumproben vollautomatisch in 24 Stunden messen. Die integrierte Probenkühlung auf 2-8 °C minimiert die üblichen Alterungsprozesse und erhöht damit die Qualität und Zuverlässigkeit der erzielten Analyseergebnisse. Durch die vollautomatische Verarbeitung und Auswertung stehen uns bis zu 29 Parameter zur Verfügung, um ein potentielles Herzinfarktrisiko optimal beurteilen zu können. Durch die Analyse der verschiedenen Resonanzfrequenzen im ¹H-Spektrum können Rückschlüsse auf die untersuchten Moleküle und die supramolekularen Partikel (wie z.B. Lipoproteine) gezogen werden (Abbildung 1). Dies ermöglicht eine sehr detaillierte Analyse der verschiedenen Lipoproteine. Es ist nicht nur möglich, den Anteil von HDL, LDL, VLDL und IDL zu bestimmen, sondern auch die Fraktionen in grosse und kleine Partikel weiter zu unterteilen.
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  Auf jeden Fall ist diese detaillierte Untersuchung der Lipoproteine medizinisch relevant. Insbesondere den kleinen LDL-Partikeln (small dense LDL; sdLDL) wird ein höheres atherogenes Potential zugeschrieben. Grosse LDL-Partikel (bekannt als LDL-Phänotyp A) sind bei den meisten Menschen vorherrschend. Bei 10-30 % der Menschen ist jedoch der Anteil der sdLDL (Immunphänotyp B) höher. SdLDL werden im traditionellen enzymatischen Test unterschätzt, weil sie einen niedrigen Cholesteringehalt aufweisen. Daher könnte das Risikoniveau für einen Teil der Patientenpopulation möglicherweise falsch eingeschätzt werden. Dieses Problem ist bei der Behandlung mit Statinen in der Regel größer, da diese Behandlung auch zu einer Verschiebung innerhalb der LDL-Subfraktionen führt.

Welche Patienten sollten getestet werden?

Im Allgemeinen würden alle Patienten von der neuen Messmethode profitieren. Abhängig von der Entscheidungsgrenze für die Behandlung wird allgemein erwartet, dass 10-30 % einer anderen Risikogruppe zugeordnet werden könnten, was möglicherweise zur Auswahl einer Behandlungsoption führen könnte. Der errechnete Nutzen für die Patienten nimmt mit steigendem Atheroskleroserisiko zu. Allerdings gibt es noch keine klare Empfehlung eines Berufsverbandes, bei welchen Patienten der neue Test eingesetzt werden sollte. Aus unserer Sicht erscheint es besonders vorteilhaft, ihn bei jüngeren Patienten mit einer vermuteten Familienanamnese anzuwenden, bei denen eine frühzeitige Behandlung in Betracht gezogen wird. Darüber hinaus sollte eine Untersuchung zumindest bei Patienten mit einem erhöhten Atheroskleroserisiko, z.B. mit bekannter KHK oder Diabetes mellitus, in Erwägung gezogen werden. Aufgrund der Verschiebung der LDL-Subfraktionen sollte eine Therapieüberwachung mit Hilfe des neuen Tests zumindest bei ausgewählten Patienten in Erwägung gezogen werden. Ausführlichere Informationen über den Test finden Sie in unserem Cardio-Test INFAI Broschüre.

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